Technik des Portfoliomanagements

Portfoliotechnik: Praxisbeispiel für den Kennzahlenvergleich

Portfolio-Tabellendarstellung
Portfolio-Tabellendarstellung

Die Portfoliotechnik erlaubt unterschiedliche Darstellungs-formen der Konzentrationsanalyse. Dabei werden situations-bedingt unterschiedliche Kompromißlösungen gesucht für den Regelfall, daß mehrdimensionale Sachverhalten zweidimen-sional darzustellen sind. So bezieht sich die Tabellenform für den Strategischen Fokus lediglich auf eine Periode; der Zeit-verlauf fehlt. Dafür ist die Tabellenform unbegrenzt in der Anzahl der ausgewiesenen Segmente. Das ist anders beim Bla-sendiagramm, weil die Anzahl der Segmente durch die Dar-stellbarkeit begrenzt wird. Dafür wird hier der Umsatzwert der Segmente durch die Blasengröße ausgedrückt, wobei auch hier ein Zeitverlauf fehlt. 

Portfoliotechnik: Darstellungsformen und Klassifikationen

Portfoliotechnik: Darstellungsformen und Klassifikationen
Portfoliotechnik: Darstellungsformen und Klassifikationen

Von besonderer Bedeutung ist die ABC-Analyse, bei der für ausgewählte Dimensionen wie Kunden, Produkte oder Projekte dieselben unterschiedlichen ABC-Analysen vorgenommen wer-den wie Kunden- (CBLP) und Produktprofitablität (ABLP). Da-durch können Merkmalsgruppen für die Portfoliobildung kom-biniert werden, die maßgeschneiderte Antworten auf Füh-rungsfragen erlauben wie: "In welchem Maße kaufen unsere profitablen Kunden unsere profitablen Produkte?". Dies ver-deutlicht die Bedeutung der differenzierten ABC-Klassifi-kationen für Kunden, Produkte, Prodjekte sowie deren Kombinationen nach Umsatz, Ergebnis, Wachstum ...

Übernahme von Bezogenheiten (Dimensionen) in den Bottom Line-Satz

Bereitstellung der Selektionskriterien
Bereitstellung der Selektionskriterien

Der Bottom Line-Satzes wird aus der Fakturenzeile der Fak-turierung übernommen und um die Wertkennzahlen der BLP-Auftragskalkulation erweitert. Zusätzlich werden die unter-schiedlichen Bezogenheiten, das heißt Dimensionen von Kun-den, Pordukten, Marktorganisation ..., eingesteuert und BIW-Kennzahlen wie die ABC-Analyse durchgeführt. Der so aufbe-reitete Bottom Line-Satz bildet das BIW-Informationsbasis-element für die Transaktionsdaten im Business Information Warehouse.

Verdichtung des BLP-Wertkennzahlensatzes zu Marktsegmenten

Aggregation von BLP-Wertkennzahlen zu Marktsegmenten
Aggregation von BLP-Wertkennzahlen zu Marktsegmenten

Die Portfoliotechnik bewirkt eine Marktsegmentierung durch Verdichtung der Bottom Line-Sätze nach verschiedenen Selek-tionsmerkmalen und -merkmalskombinationen, die als ABC-Klassifikationen standardisiert sind. Dadurch lassen sich ganz

unterschiedliche Führungsfragen beantworten wie: Verdienen wir (Kundenprofitablität) an unseren wachsenden Kunden (Kun-denwachstum)? Kaufen unsere wachsenden Kunden (Kunden-wachstum) unsere profitablen Produkte (Produktprofitabilität)? Das heißt, zur Beantwortung solcher Führungsfragen werden Portfolios durch die Kombination von ABC-Klassifikationen gebildet, deren Standardkennzahlen im Segmentvergleich analysiert werden (Benchmarking). 

Zielkaskade (Top-down) und Bottom up-Verdichtung

Zielkaskade von Schlüsselkennzahlen
Zielkaskade von Schlüsselkennzahlen

Entsprechend dem Bottom Line-Prinzip werden Marktsegmen-te - vom kleinsten, dem Kundenauftrag, bis zum größten, dem Gesamtunternehmen - durch Aggregation der Wertkennzahlen von Auftragszeilen gebildet, die über Selektionsmerkmale ausgewählt werden. Das heißt, hinter jedem Marktsegment liegen die Komponenten, aus denen es gebildet wurde. Die Verdichtung erfolgt zunächst bei Bildung bottom-up (Kompo-nentenverdichtung), kann aber wieder top-down auf die darunter liegenden Komponenten aufgelöst werden (Zielkas-kade). Dadurch können alle Wertkennzahlen auf jeder Ver-dichtungsstufe als gewogene Durchschnitte berechnet werden. Dies bedeutet, daß alle Ziele der Balanced Scorecard top-down als Zielkaskade handlungsorientiert über die Verdichtungsebenen auf die Dimensionen am Point of Sale heruntergrbrochen werden. Umgekehrt erfolgt durch die Unterneh-mensplanung am Point of Sale eine Marktkontrolle der BSC-Zielvorgaben.