Warum ist die "Kopernikanische Wende" unverzichtbar?

Schließen der Steuerungslücke für Verkäufer am Point of Sale

Steuerungslücke am Point of Sale
Steuerungslücke am Point of Sale

Der Gewinn des Unternehmens wird nicht vom Vorstand am Grünen Tisch gemacht, sondern von den Verkäufern am Point of Sale: „Bei welchen Geschäften verdienen wir mit welchen Kunden und Produkten Geld, und warum verlieren

wir es bei anderen?“ Vor Auftragsabschluß wollen wir die profitablen von den defizitären Geschäften unterscheiden können, um diese zu forcieren und jene zu sanieren: Ohne Antwort auf diese BI-Kernfrage gleicht Verkaufssteuerung dem berühmten Stochern des venezianischen Gondoliere im Nebel. 

Kopernikanische Wende im Rechnungswesen unverzichtbar

Kopernikanische Wende unverzichtbar
Kopernikanische Wende unverzichtbar

Die Schließung der Steuerungslücke bedeutet eine "Koperni-kanische Wende" bei der RW-Organisation, bei der das Rech-nungswesen vom Kopf (Periodenabschluß) auf die Füße (Auf-tragskalkulation) gestellt wird. Bisher ist das RW auf die Zusammenstellung von periodenbezogenen Finanzdaten für hochaggregierte Bestands-& Ergebnisrechnungen ausgerichtet, wobei die Auftragskalkulationen außerhalb und unabgestimmt zu diesen erfolgen. Benötigt dagegen wird die geschäftsvor-gangsbezogene BLP-Auftragskalkulation als integralem Be-standteil und Kernfunktion des Rechnungswesens, wobei sich G&V und Bilanz sich aus der Aggregation der Segmentabschlüsse von Kunden, Produkten oder anderen Dimensionen ergeben: So wie sich die Kundenumsätze zum G&V-Umsatz verdichten, werden die operativen Kundennettoergebnisse zum Betriebsergebnis aggregiert. 

RW-Funktionserweiterung um Marktsegmentsabschluß

RW-Integration der BLP-Auftragskalkulation
RW-Integration der BLP-Auftragskalkulation

Systemtechnisch geschieht dies, indem der gesamte pagatori-sche und kalkulatorische Primärkostenanfall für die Wertschöp-fungsprozesse der Produktion bzw. Distribution in der Finanz-buchhaltung auf Prozeßkostenstellen kontiert wird. Dabei gewährleistet die innerbetriebliche Leistungsverrechnung, daß auch alle Hilfskostenstellen verursachungsgerecht auf die Prozeßstellen verteilt sind. Für die handelsrechtliche G&V wird der Gesamtkostenanfall unabhängig von Prozeßstellen als Kostenartenrechnung nach Rechtseinheiten oder Sparten dargestellt. Die Funktionserweiterung der Rechnungswesens um den Auftragsabschluß mit Bilanz und G&V für jede faktu-rierte Auftragszeile geschieht einfach dadurch, daß die auf den beanspruchten Prozeßstellen angefal-lenen Prozeßkosten durch die BLP-Auftragskalkulation gemäß Arbeitsplan für die Auftragsabwicklung verursachungsgerecht in den Auftragsabschluß verrechnet werden. In der Abstimmbrücke als inte-gralem Bestandteil des Periodenabschlusses wird laufend überprüft, ob alle angefallenen Prozeß-kosten als Umsatzkosten in die Kundenaufträge verrechnet wurden beziehungsweise in wie weit die unverrechneten Prozeßkosten gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen in der Kalkulation erfordern.

BLP-Auftragskalkulation gehört zu den ERP-Kernfunktionen

Informationspyramide
Informationspyramide

Um dies zu erreichen, wird zuerst die BLP-Auftragskalkulation für Angebote, Kunden-& Fertigungsaufträge sowie der Kun-denkonditionen wie die Bonusgewährung als zusätzliche Kern-funktion in die Auftragsabwicklung als integralen Bestandteil der ERP-Logistik implementiert. Die BLP-Kalkulation erfolgt geschäftsvorgangsbezogen aufgrund der mengen-& preis-basierten Prozeßdaten der Vorgangsabwicklung, die mit den Prozeßpreisen aus der vom Rechnungswesen dynamisch verwal-teten Prozeßpreistabelle bewertet werden. 

RW-Funktionserweiterung um das Mengengerüst der Kosten

Erweitertes RW-Strukturmodell
Erweitertes RW-Strukturmodell

Zusätzlich ist eine Erweiterung des Strukturmodells des Rech-nungswesens um die Prozeßstammdatenverwaltung erforder-lich, in der für jeden Wertschöpfungsprozeß seine Stammdaten und die mengen-& preisbezogenen Transaktionsdaten der Auf-tragsabwicklung erfaßt werden. Die dynamische Fortschrei-bung der Prozeßpreise erfolgt in der Prozeßpreistabelle für alle Wertschöpfungsprozesse aus Produktion und Distribution

mittels der glättenden Zwölfmonatswerte der in die BLP-Auftragskalkulation verrechneten Prozeßmengen und der in der Finanzbuchhaltung angefallenen Prozeßkosten.

Abstimmbrücken sichern Validität der BLP-Kalkulation

Praxisbeispiel: Centgenaue Abstimmbrücke für G&V und Auftragskalkulation
Praxisbeispiel: Centgenaue Abstimmbrücke für G&V und Auftragskalkulation

Die Integration der BLP-Auftragskalkulation in das Rechnungs-wesen wird abgeschlossen durch die centgenauen Abstimm-brücken zwischen handelsrechtlicher Bilanz/G&V und der Geschäftswertbeitragsrechnung. Ohne Automatisierung als integralem Bestandteil der Periodenergebnisrechnung ist die

Abstimmbrücke zwischen Stückkalkulationen und Perioden-ergebnisrechnung hinsichtlich Komplexität und Datenvolumen manuell nicht durchführbar.

Das Praxisbeispiel zeigt einen Spartenabschluß einer Unterneh-mensgruppe, in dem von unten das Jahres-& Betriebsergebnis (EBIT) mit den angefallenen Prozeßkosten einschließlich der kalkulatorischen Abgrenzung auf den Geschäftswertbeitrag (RMC) übergeleitet werden. Dasselbe geschieht von oben durch die Geschäftswertbeitragsrechnung, der Verdichtung der Auftragsabschlüs-se von 646.072 Fakturenzeilen der Gruppe, für die verrechneten Prozeßkosten. Dabei ergeben sich unverrechnete Prozeßkosten von -86 TEuro oder 0,3‰ des Gruppenumsatzes von 262 Mio Euro.

Ergebnis: Die BLP-Auftragskalkulation von 646 tausend Auftragskalkulationen des Konzerns ist belastbar, zuverlässig, valide. Daher ist die kopernikanische Wende bei der Organisation des Rechnungswesens unverzichtbar.